Faktenprüfung: 2.8.2026. Alle Angaben wurden zu diesem Zeitpunkt anhand der unten genannten Quellen geprüft.
Die Diskussion über Displaywerbung ist oft ideologisch: Entweder gilt sie als überholt oder als Selbstläufer. Beides stimmt nicht. Entscheidend ist, ob ein Format zur Seite passt, sichtbar ausgeliefert wird und den Lesefluss nicht zerstört. Dieser Beitrag ordnet die Formate ein, die in unserem AdServer tatsächlich verfügbar sind.
Die tragenden Standardformate
Leaderboard (728×90) und Billboard-artige Breitformate. Klassisch oberhalb des Inhalts. Vorteil: hohe Aufmerksamkeit beim Seiteneinstieg. Nachteil: Ein großer Teil der Nutzer scrollt sofort weiter, die messbare Sichtbarkeitsdauer ist kürzer als vermutet. Sinnvoll für Markenkampagnen mit klarer Bildsprache, weniger für erklärungsbedürftige Angebote.
Medium Rectangle (300×250). Das robusteste Format überhaupt: Es funktioniert im Text, in der Sidebar und mobil. Für Publisher ist es die verlässlichste Einnahmequelle, weil praktisch jede Nachfragequelle es bedient.
Halfpage (300×600). Deutlich höhere Sichtbarkeit als das Rectangle, weil das Format länger im Viewport bleibt. Braucht eine ruhige Seitenspalte, sonst wirkt es erdrückend.
Mobile Banner (320×50) und Large Mobile Banner (320×100). Auf Smartphones die Basisformate. Wichtig: Nicht direkt unter Bedienelemente legen – Fehlklicks erzeugen Traffic ohne Wert und verärgern Nutzer.
Formate mit Kontextbezug
In-Article. Die Anzeige liegt zwischen zwei Absätzen im Fließtext. Sie wird fast zwangsläufig gesehen, weil sie im Lesepfad liegt. Voraussetzung ist Zurückhaltung: ein Platz pro Artikel, klare Trennung durch Abstand und Kennzeichnung.
In-Feed. In Listen- oder Übersichtsseiten zwischen Einträgen eingebettet. Funktioniert gut, wenn die Gestaltung dem Umfeld folgt – dann greifen aber die Kennzeichnungspflichten für Native Advertising.
Sticky Header und Sticky Footer. Bleiben beim Scrollen sichtbar und erzeugen daher hohe Sichtkontaktzeiten. Der Preis ist Bildschirmfläche. Regeln, die sich bewährt haben: maximal ein Sticky-Element gleichzeitig, Schließen-Button, auf Mobilgeräten Höhe begrenzen.
Footer Slider. Fährt am unteren Rand ein, meist nach einer definierten Scrolltiefe. Weniger aufdringlich als ein Layer, aber trotzdem auffällig. Frequenz begrenzen, sonst kippt die Wahrnehmung.
Aufmerksamkeitsstarke Sonderformate
Layer und Interstitial. Höchste Aufmerksamkeit, höchstes Risiko. Vertretbar bei klaren Regeln: nicht beim ersten Seitenaufruf, nicht mehrfach pro Sitzung, immer mit sichtbarem Schließen-Element, nie zwischen Nutzer und angeforderten Inhalt beim Einstieg aus einer Suchmaschine.
Skin / Wallpaper. Wirkt hochwertig, wenn die Seite dafür gebaut ist. Auf schmalen Bildschirmen unsichtbar – deshalb immer mit einem Ersatzformat für Mobilgeräte kombinieren.
HTML5 Rich Media. Erlaubt Interaktion und Animation. Achten Sie auf Dateigröße, begrenzte Animationsdauer und die Möglichkeit, die Auslieferung auf freigegebene Domains zu beschränken.
Video (Instream über VAST und Outstream). Eigene Disziplin mit eigenen Kennzahlen – dazu haben wir einen separaten Beitrag.
Was ein Format heute erfüllen muss
- Responsives Verhalten. Feste Pixelgrößen allein reichen nicht. Ein Werbeplatz sollte mehrere Größen zulassen und je Gerät die passende ausspielen.
- Messbare Sichtbarkeit. Ohne Viewability-Messung ist ein TKP eine Behauptung.
- Sicheres Rendering. Fremde Werbemittel gehören in eine abgeschottete Umgebung, damit sie die Seite nicht manipulieren können.
- Consent-Abhängigkeit. Ohne Einwilligung darf nur nicht personalisiert ausgeliefert werden – das Format muss diesen Modus beherrschen.
- Fallback-Fähigkeit. Bleibt ein Platz leer, muss etwas Sinnvolles nachrücken: Hauskampagne, Eigenwerbung oder ein sauberes Zusammenklappen des Platzes.
Typische Fehler
- Zu viele Plätze pro Seite: Die Fill Rate sinkt, der eCPM auch, und die Ladezeit steigt.
- Werbeplätze ohne definierte Mindesthöhe: Der Inhalt springt beim Laden, Nutzer klicken falsch.
- Ein Format für alle Geräte: Ein Leaderboard auf dem Smartphone ist verschenkte Fläche.
- Kein Fallback: Jeder ungefüllte Abruf ist Umsatz, der nicht entsteht.
Fazit
Displaywerbung funktioniert 2026 dort, wo sie technisch sauber integriert ist: responsiv, sichtbar, begrenzt in der Anzahl und mit ehrlicher Kennzeichnung. Die Formatwahl ist dabei weniger eine Geschmacks- als eine Layoutfrage – und sie sollte nach der Messung überprüft werden, nicht nach dem Bauchgefühl.
Quellen
- IAB Tech Lab – New Ad Portfolio / Standardformate
- Marketing-Profis.net – Formatbibliothek im Ad Format Studio (Plattform)
